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Weltgebetstag-Gottesdienste 2024

Auch in diesem Jahr kommen wir zu Ökumenischen Weltgebetstagsgottesdiensten zusammen!

Weltgebetstag-Gottesdienst

Wir laden Sie herzlich ein, in diesen Gottesdiensten gemeinsam um die Wahrung der Menschenrechte, Frieden und Versöhnung zu bitten, der Trauer und Klage Raum zu geben.

In den biblischen Texten des Gottesdienstes 2024 zum Weltgebetstag spielt die Sehnsucht nach Frieden eine zentrale Rolle. In Psalm 85 heißt es „Gerechtigkeit und Frieden küssen sich“. Und im Brief an die Gemeinde in Ephesus lesen wir: „Der Frieden ist das Band, das euch alle zusammenhält“. Wie in jedem Jahr, spiegelt die Gottesdienstordnung des Weltgebetstags den Alltag, die Leiden und Hoffnungen der Christinnen wider, die sie entwickelt haben, um sie mit anderen zu teilen. Dieses Jahr kommt er aus Palästina. Die Gottesdienstordnung wurde von den Frauen lange vor dem Angriff der Hamas im Gaza-Streifen mit seinen schrecklichen Folgen erarbeitet. Dem zeitlosen Aufruf an uns Menschen, uns für den Frieden einzusetzen, kommt in dieser Region ohnehin eine besondere Bedeutung zu. Vor dem Hintergrund der erschütternden Ereignisse erhält er eine noch viel stärkere Intensität.

Auch wenn es angesichts der komplexen Geschichte und aktuellen Lage im Nahen Osten nahezu unmöglich erscheint, einen dauerhaften Frieden zu erreichen, wollen wir gemeinsam am ersten Freitag im März als Christ*innen weltweit mit den Frauen des palästinensischen Komitees beten, dass von allen Seiten das Menschenmögliche dafür getan wird.

Wo und wann finden diese Gottesdienste statt?

Icon St. Marien Ökumenischer Weltgebetstagsgottesdienst am Freitag, 1. März 2024 um 18 Uhr in der St. Marien Kirche in Altona, Bei der Reitbahn 4 Im Anschluss besteht die Möglichkeit, im Gemeindesaal ins Gespräch zu kommen (Speisen und Getränke stehen bereit).

Icon St. Bruder KonradÖkumenischer Weltgebetstagsgottesdienst am Freitag, 1. März 2024 um 18 Uhr in der Stephanskirche, Hauptstraße 39 in Schenefeld. Wenn Sie Interesse haben, sich an der Vorbereitung des WGT zu beteiligen, finden Sie die entsprechenden Termine im Schaukasten von St. Bruder Konrad.

Icon Paulus AugustinusÖkumenischer Weltgebetstagsgottesdienst am Freitag, 1. März 2024 um 19 Uhr in der Melanchthon-Kirche, Ebertallee 30 Hinterher besteht die Möglichkeit in der Kirche bei Gebäck und Getränken ins Gespräch zu kommen.

Winternotprogramm St. Marien

Diakon Henry Kirsche engagiert sich seit 20 Jahren für Obdachlose

Diakton Kirsche

„Das, was du dem geringsten meiner Brüder tust, das hast du mir getan“

24 Container, 30 Menschen, viele verschiedene Nationen – das größte kirchliche Projekt im Winternotprogramm steht in Hamburg-Altona. Henry Kirsche ist Diakon im Ruhestand. Viel Ruhe ist da aber nicht. Er engagiert sich seit mehr als 20 Jahren in der Obdachlosenhilfe und ist mit Leib und Seele für die Menschen da.

Zum siebten Mal wird ein Containerdorf im Winternotprogramm der Stadt Hamburg vom Verein „Obdachlosenhilfe am Mariendom“ mit vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie Sozialarbeiterinnen und -arbeitern gestemmt. Obdachlose Menschen erhalten für die kalten Monate eine Übernachtungsmöglichkeit und einen sicheren Rückzugsort. Und sie werden begleitet. Es gibt Gesprächsangebote und Unterstützung bei Behördengängen.

Das Team ist gut vernetzt und bei der Sozialbehörde bereits bekannt – da geht manche Tür etwas einfacher auf, berichtet uns Henry Kirsche: „Wir sind nicht nur bei der Behörde bekannt, sondern auch unter den vielen Obdachlosen. Wir erleben es immer neu, dass bei der Verteilung der Plätze viele Obdachlose gerne zu uns kommen würden. Sie kennen uns aus den vergangenen Jahren und fühlen sich wohl bei uns.“

Eine Besonderheit des Containerdorfs in der Eulenstraße: Eigentlich werden die Container nach Beendigung des Winternotprogramms am 31.3. eines jeden Jahres wieder abgebaut und abtransportiert. Hier nicht – um Geld zu sparen und weil der Vermieter der Container sie nicht anderweitig benötigte, konnten die Container im vergangenen Jahr einfach stehen bleiben. Das ist auch in diesem Jahr so geplant. Natürlich in Absprache mit der Sozialbehörde, sagt Henry Kirsche: „Das hat einen Riesenvorteil gebracht. Dadurch konnten viele von denen, die hier schon wohnten, einfach bleiben. Wir mussten uns nur mit der Sozialbehörde mit den Stromkosten einigen. Denn aus dem Winternotprogramm ist sozusagen ein Sommerprogramm geworden. Aber da hat die Behörde mitgespielt und auch seitens der Kirche gab es einige Sponsoren, da hat unsere Kirche richtig mitgeholfen, sodass man die Kosten halten konnte.“

Viele Menschen, die im Containerdorf wohnen, würden sehr gerne arbeiten. Henry Kirsche weiß: Um an eine Wohnung zu kommen, braucht man einen Job. Bei der Vermittlung hilft er mit seinem Verein. Doch häufig scheitert es an der Integration. Es fehlt vor allem an Sprachkursen, ärztlicher Versorgung und psychologischer Begleitung, um die Menschen für ein geregeltes Leben fit zu machen. Auch Alkohol und Drogen spielen in der Obdachlosenszene eine große Rolle, die weitere Probleme nach sich ziehen. Denn mit einer Suchterkrankung auf der Straße umzugehen, ist eine noch größere Herausforderung: „Alle sagen natürlich ,ich will davon weg’. Aber der Sprung von ,ich will’ hin zur Praxis ,ich setze das jetzt durch’ ist eine unheimliche innere Anstrengung. Es ist ein Hilferuf an uns. Aber da kommen auch wir an unsere Grenzen.

Diakon Kirsche ist dankbar für jeden, der sich engagiert. Jeder habe seine eigenen Talente und Fähigkeiten, jeder könne sich einbringen in Gottes Schöpfung und mitgestalten. Seinen Weg hat er in der Obdachlosenhilfe gefunden: „Eigentlich ist es eine Berufung zum Mitgestalten, die jeder Mensch hat. Und mein Weg der Mitgestaltung ist eben hier entstanden.“

Gründe für Obdachlosigkeit sind vielfältig: Überlastungen und Überforderungen, Beziehungen, die in die Brüche gegangen sind, Drogenkonsum, psychische Probleme oder ein fehlendes stabiles soziales Umfeld. Behörden, Sozialarbeiter der Caritas und Diakonie und auch Ehrenamtliche in den Kirchengemeinden helfen, dem entgegenzuwirken. Doch es ist oft nicht einfach, sagt Henry Kirsche: „Viele öffentliche und auch kirchliche Stellen klagen über Personalmangel. Hinzu kommt die mentale Belastung. Nicht jeder kann alles. Wir sind ein Gemeinschaftssystem – Kirche und Sozialstaat – aus vielen Menschen, die für unterschiedliche Dinge zuständig sind. Die werden belastet und zum Teil überlastet und da gerät das System an seine Grenzen.“ Für die Zukunft wünscht er sich, mehr Menschen in ein Wohnverhältnis bringen zu können – der Grundstein, um ein geregeltes Leben führen zu können.

Winternotprogramm 2024 – Diakon Henry Kirsche: Engagement für Obdachlose. Youtube-Video: https://youtu.be/1r2wX-tBzsc